Die Weltpremiere der neuen SL-Baureihe 129 gehörte im März 1989 zu den Hauptattraktionen des Genfer Automobil-Salons. Mit den Vorgängermodellen der Baureihe 107 wiesen die vollkommen neu konstruierten Typen 300 SL, 300-SL 24 und 500 SL außer der Gesamtkonzeption praktisch keine Gemeinsamkeiten auf. Ausgeprägte Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen konnten hinsichtlich der passiven Sicherheit erzielt werden. Einen integralen Bestandteil des Sicherheitskonzepts stellte der automatische Überrollbügel dar, der erstmals im Automobilbau realisiert wurde und die Aufgabe hatte, im Falle eines Überschlags den Überlebensraum der Fahrgäste zu sichern.

Um die Freude am Offenfahren nicht durch einen fest eingebauten, starren Überrollbügel zu beeinträchtigen, wurde eine bewegliche Lösung realisiert, die den Überrollschutz nur bei Bedarf aktiviert. Bei einem drohenden Überschlag wurde der Überrollbügel sensorgesteuert elektromagnetisch ausgelöst, durch die Kraft vorgespannter Federn innerhalb von 0,3 Sekunden hochgeklappt und durch Sperrklinken gesichert. Die Produktion der neuen SL-Modelle erfolgte nicht, wie bei den Vorgängern, in Sindelfingen, sondern war aus Kapazitätsgründen nach Bremen verlegt worden; dort lief noch im März 1989 die Hauptserienfertigung an.

Ab Oktober 1992, dreieinhalb Jahre nach seiner Präsentation in Genf, war der SL auch mit dem rund 400 PS starken 6,0l-V12-Motor lieferbar, der sich bereits in den Limousinen und Coupés der S-Klasse-Baureihe 140 bewährt hatte. Zur weiteren Verringerung der Schadstoff-Emissionen wurde die Einspritzanlage modifiziert und auf die Gemischanreicherung bei Vollast verzichtet.

Der leistungsstärkste Motor des Pkw-Verkaufsprogramms mobilisierte damit "nur noch" 394 PS, 14 PS weniger als die ursprüngliche Ausführung. Mit dem Erscheinen des neuen Topmodells präsentierte sich auch der 500 SL leicht überarbeitet. Die seither verwendete Ausführung des V8-Vierventilers mit Bosch KE-Jetronic wurde durch den "Einheitsdeckmotor" ersetzt, der bereits im 500 E und in den Limousinen und Coupés der S-Klasse zum Einsatz kam.

Wie beim V12-Motor hatte man zur Verringerung der Schadstoff-Emissionen auch hier auf die Vollastanreicherung verzichtet, eine Maßnahme, die nicht nur den SL, sondern auch alle anderen Pkw-Typen mit V12- und V8-Aggregaten betraf. Im Falle des 5,0l-Motors bedeutete dies eine Leistungseinbuße von 6 PS, die sich in den Fahrleistungen praktisch nicht bemerkbar machte.

Im Juni 1993 wurden auch die Typenbezeichnungen der SL-Modelle dem neuen Namenklatur-System angepaßt, das anläßlich der Präsentation der C-Klasse (Baureihe W202) eingeführt wurde. Das legendäre und traditionsreiche Buchstabenkürzel "SL" war nun der dreistelligen Zahl vorangestellt; aus dem 500 SL wurde so der SL 500. Gleichzeitig gab es aber auch technische Änderungen zu verzeichnen: Beide Sechszylindermodelle erhielten neue Motoren; die Zweiventil- und Vierventil-Variante des 3,0l-Aggregats wurden durch zwei Vierventiler mit 2,8l und 3,2l Hubraum ersetzt, die wie der seitherige Vierventiler der Motorenbaureihe M104 zugeordnet waren und bereits in anderen Baureihen verwendet wurden.

1995 stellt Mercedes-Benz zur IAA die optisch und technisch aktualisierten SL-Typen vor. Die Modellpflege bringt neue Design-Akzente, eine reichhaltigere Serienausstattung und weiter verbesserte Technik. Unter anderem sind die wenige Monate zuvor in der E-Klasse der Baureihe 210 vorgestellten Scheinwerfer mit Xenon-Gasentladungslampen jetzt auch in der SL-Klasse lieferbar. Mercedes-Benz stattet die Roadster nun auch serienmäßig mit einem neuen Tempomat für Tempo-30-Zonen aus. SL 500 und SL 600 erhalten im September 1995 ein neu entwickeltes Fünfgang-Automatikgetriebe mit Wandler-Überbrückungskupplung, außerdem verbessern die Motorspezialisten Kraftstoffverbrauch und Schadstoff-Emissionen weiter. Das elektronische Stabilitäts-Programm ESP steht im modellgepflegten SL 500 auf Wunsch zur Verfügung, der Zwölfzylindertyp SL 600 ist damit serienmäßig ausgestattet. Der Bremsassistent BAS, eine Weltneuheit für die aktive Sicherheit, wird von Dezember 1996 an serienmäßig in alle Typen der Baureihe 129 eingebaut.

Die zweite Modellpflege der Baureihe 129 im Frühjahr 1998 ist geprägt von einer neuen Motorenpalette und zurückhaltenden Veränderungen im Design. Eine neue Generation von V6- und V8-Motoren löst die bisherigen Aggregate der Typen SL 280, SL 320 und SL 500 ab. Die Maschinen haben Dreiventiltechnik und Doppelzündung, sie verbrauchen bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff als ihre Vorgänger und zeichnen sich außerdem durch geringere Abgas-Emissionen aus. Im August 1999 wurde das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP auch bei den beiden Sechszylindertypen Bestandteil der Serienausstattung.

Zwei Jahre später, im Juli 2001, feierte der SL 500 als erstes Modell der neuen SL-Baureihe R230 Weltpremiere. Im gleichen Monat lief im Werk Bremen das letzte von insgesamt 204.940 Exemplaren des R129 vom Band.




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Mercedes Benz SL 500 (R129).
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